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Wie sinnvoll ist eigentlich noch das Ramping mit dem Holy Grail??

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#1 Farbenwunder
Servus zusammen,

vor kurzem gab es ja ein Update für die neueren A7 Kameras, dass nicht nur einen Tieraugen AF geliefert hat sondern auch
eine ganz brauchbare Intervallaufnahme implementiert hat. Soweit Daumen rauf für Sony :-D
Die habe ich mal getestet und kam auf den Gedanken, eine komplette Timelapse einmal ohne QDSLR in die Nacht zu rampen... und zwar
im A Modus!!!
DENN:
Die Sony A7III bzw. A7rIII bietet (jetzt) damit sehr sinnvolle Funktionen, nicht zuletzt mit dem neuen Intervallometer. (Ist natürlich kein Vergleich mit Gunthers neuem ;-) ).
- Man kann der Kamera sagen, ab welcher Verschlusszeit sie mit der ISO nach oben darf, z.B. ab 15 Sekunden
- Man kann dem Intervall die Prio geben (z.B. 20 sek) bedeutet, die Kamera belichtet max bis 20 Sekunden und hebt dann erst die ISO.
- Ein ISO Max kann eingestellt werden, z.B. ISO 6400
- Man kann einstellen, wie empfindlich die Kamera auf Belichtungsstörungen reagieren soll, dass zum Bsp. kann man auf "niedrig" einstellen
- Wenn man den Nachthimmel nicht so stark aufgehellt haben möchte, kann man ja die Belichtungskorrektur auf -0,7 stellen, dass ist ja über das RAW später völlig problemlos
- Es gibt diverse Profile welchen Bereich im Bild die Belichtungsautomatik beurteilen soll.

Hier stelle ich die neue Intervallfunktion vor: https://youtu.be/wmkbgUdtyZU?t=511
und hier springe ich direkt zu der Testaufnahme: https://youtu.be/wmkbgUdtyZU?t=132

Obwohl ich also beim ersten mal sogar vergessen habe die ISO auf Auto zu stellen, ist nach der Behandlung in LRT ein wirklich sehr glattes Ergebnis entstanden.

Nun zur Frage: Für was genau braucht man in Zukunft also noch die etwas umständliche und etwas unzuverlässige (da bei mir hin und wieder Verbindungsabbrüche entstehen) Holy Grail Methode?
Gibt es da irgendeinen Mega Nachteil an den ich nicht gedacht habe?

Danke für Eure Mühe,
bis bald, Michael
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#2 gwegner
So, wie du das beschreibt, hört sich das schon nach einer durchdachten Implementierung an. Habe ich so zumindest noch bei keiner anderen Kamera gesehen. Für einige wird das sicher ausreichend sein.
Ich persönlich hätte schon gern noch die Kontrolle während der Aufnahme, da solche Aufnahmen ja immer mit ziemlichem Aufwand und dadurch einzigartig sind. qDDB / ControlMyCamera läuft bei mir super stabil und ich kann halt im Auto Mode auch sowas wie "NTC" machen (Night Time Compensation), was die Nachtaufnahmen anhand von GPS etc. dunkler macht als die Tagaufnahmen. Das können die Belichtungsmesser der Kamera normalerweise nicht. Und ich kann über den Referenzwert jederzeit indirekt eingreifen, wenn ich merke, dass die Bilder zu dunkel oder zu hell werden. Weiterhin kann ich auch die Grenzen für ISO, Belichtung und Blende während der Aufnahme anpassen und so die Ramping-Strategie den Gegebenheiten anpassen.

Ich erkläre das in diesem Video hier: https://gwegner.de/know-how/zeitraffer-holy-grail/ )

Ich finde es aber auf jeden Fall klasse, dass Sony sich da offenbar Gedanken gemacht hat!
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#3 Farbenwunder
Hallo Gunther,

ja stimmt, du bringst es auf den Punkt.
Mit QDslr hat man weiterhin Eingriffsmöglichkeiten....stimmt!

Ich werde das mal weiterhin im A Modus testen und vermutlich in Zukunft dann von Fall zu Fall entscheiden was ich verwende.
Vielleicht entdecke ich dabei noch weitere Vor und Nachteile...
Es ist halt zuerstmal der einfachere Instinkt, die Kamera alles bequem im A-Modus machen zu lassen

Schönen Samstag!!
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#4 Ralph
Hallo Michael,
das was Sony da als Update rausgebracht hat, ist schon toll. Für einen schnellen, spontanen Zeitraffer auch sehr hilfreich. Die Ergebnisse, die Du gezeigt hast, sprechen für sich. :-) Bei einem aufwändigen Zeitraffer, evtl. sogar einem Kundenauftrag, würde ich aber auf die Eingriffsmöglichkeiten von qDDB nicht verzichten wollen. Soweit ich weiß, wird bei einer Sony immer das ganze Bild für das Histogramm genommen. Diesen „Nachteil“ gegenüber den Nikons, die ja ein Histogramm auch für den Ausschnitt anzeigen, kannst Du mit qDDB aufheben. Auch wenn der Dynamikumfang einer Sony sehr gut ist, kommt es manchmal eben doch auf eine exakte Belichtung an. In qDDB hast Du die Möglichkeit eine Region festzulegen, die für die Relevanz der Belichtungen ausschlaggeben ist. Ich persönlich, gerade bei der Holy Grail Methode, nutze auch gerne die Blende, um die Belichtung anzupassen. Damit hast Du mehr Spielraum um in der Nähe der 180° Regel zu bleiben. Bei qDDB kannst Du das Blenden-Ramping bei Bedarf zuschalten.

Viele Grüße,
Ralph
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#5 Ulli
Das ist ja alles andere als neu und gab es schon (mindestens) mit der ersten Version der A7s. Damals in Form einer App aber das funktionierte schon genauso gut. Feine Übergänge ohne jedes Flickern im A-Modus mit einstellbarer "Trägheit" der Helligkeitsnachführung in drei Stufen.
Aber:
- keine Kontrolle wie ISO/Belichtungszeit gesteuert wird
- keine Eingriffmöglichkeit in Sachen Belichtung außer das EV +/- Rädchen mit sicherer Folge eines Wacklers in der Sequenz
- alles andere als eine Garantie, dass die Belichtung in Richtung dunkle Nacht stimmt - das sind Situationen, die eine automatische Belichtung oft klar überfordern.
- Gefahr dass die Belichtungszeit über die Intervallzeit rausläuft
- kein Intervallramping

@Ralph - man kann mit den Sonys auch einfach in P knipsen :-)

Viele Grüße, Uli
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#6 Bobu
- keine Kontrolle wie ISO/Belichtungszeit gesteuert wird

=> Geht eigentlich über die Einstellungen "ISO AUTO Min. VS" und "ISO AUTO maximal" eigentlich ziemlich gut, zumindest wenn man vorher eine Vorstellung hat, welche maximalen Belichtungszeiten und maximalen ISO Werte man haben möchte.

- keine Eingriffmöglichkeit in Sachen Belichtung außer das EV +/- Rädchen mit sicherer Folge eines Wacklers in der Sequenz

=> Geht das bei Dir? Ich kann nach dem Start der Timelapse Sequenz über die App mit dem +/- Rädchen nichts mehr beeinflussen. Hier wäre auch mal interessant zu wissen, ob sich das mit den IIIer Modellen geändert hat. Michael, könntest Du das mal bitte testen.

- alles andere als eine Garantie, dass die Belichtung in Richtung dunkle Nacht stimmt - das sind Situationen, die eine automatische Belichtung oft klar überfordern.

=> Stimmt grundsätzlich, allerdings mit genug Erfahrung, entsprechender Nachbearbeitung in LRT und genug Dynamik-Umfang der Bildsensoren ist das meiner Meinung nach kein echtes Hinderniss. Wenn Du Auto ISO und die Verschlusszeit nach oben (richtig) begrenzt sollte es auch bei Tag-Nacht-Übergängen funktionieren.

- Gefahr dass die Belichtungszeit über die Intervallzeit rausläuft

=> Kann mit der Funktion "Intervall-Priorität=Ein" sicher verhindert werden

- kein Intervallramping

=> Stimmt
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#7 Ulli
Ja aber wie die Dynamik ist und was zuerst geändert wird weiß man nicht bzw. man kann es nicht steuern - vielleicht bekommt man mit der Zeit ein Gefühl dafür aber so richtig top ist das nicht.

Ja, Belichtungsshift geht zumindest mit der A7RIII aber dann muss wieder LRTimelapse ran weil ein Belichtungssprung drin ist - und sauschwer ohne Verwackler hinzubekommen

Naja - mit Intervallpriorität stimmt dann aber die Belcihtung u.U. nicht ;-)

Finde das auch super easy zu benutzen und mache es hin und wieder weil ich zu faul bin das ganze Geraffel anzuschließen und einzustellen aber wenn's drauf ankommt und nur eine Kamera läuft, geht nix über qDslrD finde ich.
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#8 Bobu
Naja was zuerst geändet wird kann man schon beeinflussen.

Beispiel:
Intervall-Priorität=Ein
Inertvall= 8 Sek.
ISO AUTO minimal=100
ISO AUTO maximal=3200
ISO AUTO MIN. VS=4 Sek.

Dann wird von der App bei einem Tag-Nacht-Übergang ISO so lange auf 100 belassen, bis 4 Sekunden erreicht sind, anschließend wird ISO bis maximal auf 3200 erhöht und schließlich die Belichtungszeit auf knapp unter 8 Sekunden verlängert (Intervall wird nicht überschritten) und schließlich wird das Bild einfach dunkler.
Diese Logik reicht in den meisten Fällen völlig aus.

Verstellung +/- würde ich mir auf einem stabilen Stativ sogar zutrauen, funktioniert nur leider mit A7RII und A7SII nicht. Einmal habe ich sogar die Batterie während einer Sequenz gewechselt ohne Wackler. Definitiv nicht optimal aber mit stabilem Stativ, viel Feingefühl und etwas Glück machbar.
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#9 Ralph
@Ulli,
„wenn's drauf ankommt und nur eine Kamera läuft, geht nix über qDslrD finde ich“
Da bin ich ganz bei Dir.

qDDB ist eben ein Tool, das so einfach nicht zu ersetzen ist. Da mag die Belichtungsmessung und Automatik einer Kamera auch noch so gut sein, so weiß sie aber nicht, worauf es mir ankommt.
Wäre doch mehr als ärgerlich, wenn man sich die Mühe macht, einen Zeitraffer aufzunehmen und am Ende die Belichtungen doch aus dem Ruder gelaufen sind.
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#10 Farbenwunder
Jedenfalls eine coole Alternative die sich mal auszuprobieren lohnt. Wie gesagt, Qdslr ist bei Sony alles andere als zuverlässig. Was meinst du wie oft ich mich geärgert habe...irgendwo mit dem Womo gestanden, früh um drei aufgestanden um den Sonnenaufgang rampen zu lassen...um dann nach dem Frühstück festzustellen das alles umsonst war weil Qdslr mittendrin keine Verbindung mehr hatte.
Aber was ich mich noch frage:
Ralph schrieb: "qDDB ist eben ein Tool, das so einfach nicht zu ersetzen ist. Da mag die Belichtungsmessung und Automatik einer Kamera auch noch so gut sein, so weiß sie aber nicht, worauf es mir ankommt."

Aber qDDB nimmt doch auch einen Luminanzwert der aus dem ganzen Bild ermittelt wird. Das kann ich bei Sony auch einstellen. Wenn ich dann noch die Trägheit auf "hoch" stelle, dann wird auch der Autoscheinwerfer ignoriert...

Naja, mal weiter testen.

...also check out: